Donnerstag, 9. Juli 2015

Neues vom kleinen Hund

Teil 32:       Neues vom kleinen Hund

Da wäre zunächst zu vermelden, dass Abby einen Sommerschnitt bekommen hat. Annette hat das Fell, bzw. die Haare, um die Hälfte gekürzt. Fast jeden Tag nach dem Spaziergang "Unterbodenwäsche", trocknen und auskämmen nahmen viel Zeit in Anspruch. Abby ist nun zwar kein "Ausstellungshund" mehr, denn da ist jeder Schnitt untersagt, aber ausstellen wollen wir sie ohnehin nicht. Sie sieht jetzt aus wie Knut, der Eisbär. Und nun schwimmt sie auch wie Knut. Wir haben seit Tagen eine unverschämte Hitze. Annette und ich sind zum Strand gefahren, nur um zu schwimmen. Abby blieb zu Hause.Von unserem Platz aus sahen wir eine Familie mit einem kleinen weißen Hund, der von weitem wie ein Coton aussah. Als die Leute ins Wasser gingen, rannte der Hund hinterher, rein ins Wasser, und dann drehte er eine Runde nach der anderen um seine Leute, schwamm weit raus, kam zurück, so ging das 15 min. lang. Von dem kleinen Kerl sah man nur den weißen Kopf. Annette sagte: "Ich gehe hin und frage, was es für eine Rasse ist und wie sie den Hund so zum Schwimmen gebracht haben". Gesagt - getan. Die Verständigung war etwas schwierig, es waren Slowenen, aber sie sprachen etwas Englisch. Ihr Hund Ricky wäre schon mit 4 Monaten hinter seinem Lieblingsspielzeug (Ball) ins Wasser gesprungen, um ihn wieder 'rauszuholen. Die Leute wohnen relativ dicht an einem See. So ist der kleine Ricky nach und nach zu einer richtigen "Wasserratte" geworden. Das Herrchen erzählte, er müsse ihn ab und zu rausholen, damit er nicht zu lange schwimmt. "Ich hole Abby", sagte Annette. Rein ins Auto und mit Abby und Surfbrett zurück. Im Wasser erstmal Begrüßung mit dem Artkollegen, es war kein Coton, sondern ein Malteser Rüde und 8 Jahre alt. Die nette Slowenin nahm beide Hunde auf den Arm, ging mit ihnen im Wasser eine Weile hin und her und forderte Annette auf, sich ein wenig von ihr zu entfernen. Dann ließ sie beide Hunde vorsichtig los und Abby paddelte zu Annette.

Das haben beide mehrmals wiederholt. Zum Schluss des ganzen "Schwimmkurses" ist Abby zweimal aus - für uns - brusttiefem Wasser an den Strand geschwommen, wo es natürlich viel Lob gab. Freischwimmerprüfung bestanden!! Wie schonmal gesagt, jeder Hund kann von Natur aus schwimmen. Wir wollten Abby aber nicht mit Gewalt dazu bringen. So war das wirklich eine gute Gelegenheit, ihr die Scheu vor tiefem Wasser zu nehmen. Als Belohnung durfte sie mit Annette zusammen einige Runden auf ihrem geliebten Surfbrett drehen.

.......nach bestandenem "Freischwimmer"

Montag, 29. Juni 2015

Sommerferien - aber nicht für Abby

Teil 31:      Sommerferien - aber nicht für Abby

Die erwachsenen Hunde können im Juli/August zuhause bleiben, für die Welpen und Junghunde läuft die Schule weiter. Zwar nicht mehr samstags, sondern mittwochs um 8:30 Uhr oder um 18:30 Uhr.  
 
Abby  hat weitere Fortschritte gemacht, sie lernt und begreift wirklich sehr schnell. Sie und natürlich auch Annette bekommen viel Lob von den Ausbildern bzw. Trainern. Sitz, Platz, bleib, bei Fuß klappt auch ohne Leine
einwandfrei. Auch das "Sich nicht um andere Hunde kümmern", wenn in der Gruppe alle kreuz und quer und durcheinander gehen müssen. Am Strand ist das allerdings anders. Da meint Abby, sie müsse jeden Artgenossen begrüßen, und es sind nicht alles nur Yorkshire oder Dackel. Jetzt ist am Strand schon morgens um 8:00 Uhr viel Betrieb, "Hundeleute", Jogger, Schwimmer, da ist Gehorsam schon wichtig. Heute morgen zum Beispiel wurde Abby von einem großen Jagdhund mehrmals regelrecht untergepflügt. Der wollte zwar nur spielen, aber 5 1/2kg gegen 30 kg, am Ende flog Abby in hohem Bogen ins Wasser. Annette war sauer, der  Jagdhundbesitzer war nicht in der Lage, seinen Hund zu disziplinieren. Anleinen schien ihm nicht in den Sinn zu kommen. Ich war zu weit weg und zog meine Bahn im Wasser. Der Gipfel war, dass der Lümmel von Hund zu einer Schwimmerin schwamm und sie regelrecht untertauchte. So kann man sich natürlich großen Ärger einhandeln. Was Jogger und Spaziergänger angeht, da ist Abby  schon viel vernünftiger geworden. "Bei Fuß" genügt meist, um sie davon abzuhalten, zu jemanden hinzulaufen. In einer Woche beginnen in Frankreich die Ferien. Dann wird der Strand rappelvoll. Da werden wir wohl unser Kajak nehmen und ans Ende der Bucht paddeln. Eine knallrote Schwimmweste habe ich für Abby schon gekauft.

Sonntag, 7. Juni 2015

Badetag für Abby

Teil 30:            Badetag!

Und zwar in zweifacher Hinsicht. Freitag Vormittag haben wir die  Badesaison  eröffnet. Die Wassertemperatur ist mit 23 Grad nun endlich so, wie wir es erwartet haben. Mit Sonnenschirm und Bodysurfbrett bewaffnet sind wir zum Strand gefahren. Wir wollten sehen, wie Abby  sich auf dem Surfbrett verhält. Es war leichter Wellengang, Abby stand unsicher und wackelte hin und her. Annette musste sie festhalten. Aber sie merkte schnell, daß es in "Platzstellung"
viel ruhiger war, und so ließ sie sich im hüfthohen Wasser hin-und herziehen.


In Ufernähe sprang sie dann ins Wasser, rauf auf den Strand, um sich im Sand zu wälzen, so dass sie wie paniert aussah. Wenn Annette fragte: "Noch eine Tour?" sprang Abby aufs Brett, legt sich hin und ab ging's
zur nächsten Runde. Es scheint ihr also Spaß zu machen. Das Schwimmen hat sie noch nicht raus, das kommt in den nächsten Tagen. Eigentlich kann ja jeder Hund wie jedes Säugetier schwimmen, auch die, die kein Wasser mögen wie z.B. Katzen. Wir wollen es aber nicht forcieren, sondern Abby soll selbst entscheiden, wann sie schwimmen will. Sie soll ja keine Angst vor dem "großen Wasser" bekommen, denn demnächst soll sie mit uns im Kajak fahren. Am Nachmittag kam dann Badetag zweiter Teil: Waschen, Föhnen, Kämmen. Das war wieder mal fällig. Das Waschen ging noch einigermaßen schnell, das Föhnen dauerte schon länger, und das Kämmen?
 Na ja, nach zwei Stunden und 15 Minuten war die ganze Prozedur beendet. Abby sah aus wie ein Wischmop und fertig für ein Foto mit mir.
Diese Arbeit kann Annette natürlich höchstens einmal im Monat machen. Gestern war die "Schule" wegen der Hitze von über 33°C auf den späten Nachmittag verlegt worden. Um 18°° Uhr waren es immer noch 30°C und so wurde viel Theorie im Schatten und weniger Übungen gemacht.
Beim Agilitiy-Kurs ging alles prima, auch zum ersten Mal durch den Reifen springen. Aber im Tunnel war in der Mitte Schluss, Abby ließ sich nur mit Mühe und Leckerli aus dem Schatten locken. Um 19°° Uhr war dann das gesamte Programm "abgespult", Abby "platt", Annette von der Sonne "gar", ich noch relativ fit, da ich mich meist im Schatten aufgehalten habe.

Dienstag, 2. Juni 2015

Ungewöhnliches Wochenende

Teil 29:   Ungewöhnliches Wochenende für Abby

Es war viel los am Wochenende des 30. und 31. Mai für den kleinen Hund. Am Samstag musste Abby  zum ersten Mal den ganzen Tag alleine bleiben. Nach dem allmorgendlichen Spaziergang sind wir um 9°° Uhr nach Solenzara zum Militärflughafen

gefahren, wo eine super internationale Airshow stattfand: Mirage, Eurofighter, F18, Rafale, Tornado , Alpha-Jets  zeigten atemberaubende Manöver. Patrouille de Suisse, Patrouille de France und die Red Arrows aus Großbritannien waren die Höhepunkte der Show, die um 18°° Uhr mit 2 Mirages in Überschallgeschwindigkeit zu Ende ging. Ganz allein war Abby natürlich nicht den ganzen Tag. Annettes Freundin Anna hat sie um 11°° Uhr in den Garten gelassen und blieb dann auf der Terrasse oder im Haus (Internet!!) über Mittag. Am späten Nachmittag hat unsere Nachbarin Karin nochmal nach Abby geschaut, und als wir um 19°° Uhr nach Hause kamen, war alles so, als ob wir nur eine Stunde weg gewesen wären. Abby hat kein Theater gemacht. Am Sonntag hatte dann der "Club Canin de Porto Vecchio" seinen großen Tag. Er war Veranstalter für die "Confirmation des Chiens" von ganz Korsika. 4 Richter prüften, ob die Hunde - 163 von verschiedenen Rassen - den Rassemerkmalen und Standards entsprachen. Abby konnte nicht teilnehmen, da sie noch nicht ein Jahr alt ist. Aber Annette konnte teilnehmen, nicht als Hund, sondern als "Bénévole", als ehrenamtlicher Helfer. Um 7.15 Uhr war sie schon auf dem Platz, um mit anderen Clubmitgliedern  alle möglichen Arbeiten zu erledigen vom Sandwichzubereiten bis zum Abbau der Tische, Stühle, Sonnenschirme ect. am Abend. Um 20.30 Uhr war sie wieder zu Hause. Der Club insgesamt bekam viel Lob von den Teilnehmern für die gute Organisation. Ich war mit Abby nur für eine Stunde auf dem Platz, sie wusste gar nicht, zu welchem Hund sie zuerst hin laufen sollte. So hat sie den ganzen Tag mit mir verbracht und hat sich auch nicht bei Annette über mich beschwert. Glück gehabt! Ich hatte Abby ja auch das sonntägliche Rührei mit Schinkenwürfeln  zubereitet.

Montag, 18. Mai 2015

Hitzefrei!

Teil 28:         Hitzefrei!

Das Wort haben wohl alle Schüler gern gehört, aber nicht nur die, sondern auch wir als Lehrer. Lang lang ist's her. Jetzt haben wir uns gefreut, dass Abby nun frei von ihrer Hitze ist. Fast drei Wochen nur an der Leine gehen hat ja gar keinen Spaß gemacht. Wir wollten aber null Risiko eingehen. Am Strand tauchten manchmal unverhofft Hunde auf, teils mit teils ohne "Anhang", und während der Läufigkeit siegt schon mal die Natur über das Wort von Frauchen. Die befürchtete "Belagerung" unseres Hoftores fiel aber aus, erstens weil wir zurzeit wenig frei laufende Hunde im Ort haben, zweitens weil wir - wie schon gesagt - keine Spuren von zu Hause aus hinterlassen haben und mit Abby immer mit dem Auto weggefahren sind. Am Samstag konnte sie nun auch wieder zur "Schule". 

Es war viel los auf dem Platz, etliche neue Mitglieder, es wurde in drei Gruppen "gearbeitet". Mit Abby war aber nicht viel zu machen. Der Platz war frisch gemäht worden. Es ist ja kein Rasen, sondern Wiese. Nachdem sie sich ein paarmal gewälzt hatte, war sie voller Gräser und Grannen, die sie überall pickten.  

Abby wollte einfach nichts machen. Kratzen hier, kratzen 

da, sich platt hinlegen und trotz Leckerchen nicht weiter gehen. Außerdem war es noch sehr warm, und sie suchte immer Schatten. Alle haben sich amüsiert, als Abby im Rahmen des Parcours  zwar in den Tunnel (ca. 5 Meter lang) hinein lief, aber nicht heraus kam, weil es da wohl schön schattig war. Annette hatte alle Mühe, sie heraus zu locken. Selbst nach dem Kommando "Leinen los", wo dann alle Hunde nach Herzenslust herumtoben, blieb sie diesmal liegen. Sonst ist sie immer die Wildeste und auch Schnellste. Also ab ins Auto und nach Hause. Mit Kamm, Bürste und Schere machte sich Annette daran, Abby von all den Grannen und Kletten zu befreien und auch die Haare an den Pfoten und um die Augen etwas zu kürzen. Über eine halbe Stunde hat die Prozedur gedauert. Der Nachmittagsspaziergang fiel relativ kurz aus, Abby hatte keine Lust, Annette auch nicht und ich fungiere zur Zeit ja ohnehin nur als Chauffeur. Sonntagmorgen gab es Abby's Lieblingsfrühstück: ein Rührei.

Sonntag, 26. April 2015

Die Schule fällt aus!

Teil 27:          Die Schule fällt aus!

Die meisten Kinder freuen sich, wenn die Schule ausfällt. Unsere kleine Abby jedoch nicht. Aber notgedrungen mußte sie gestern zu Hause bleiben, den läufige Hündinnen dürfen verständlicherweise nicht auf den Platz. Eigentlich sollte sie schon letzte Woche zu Hause bleiben, aber es ging gerade noch mit der Hitze. Im Ort scheint es sich noch nicht "herumgesprochen" zu haben, denn bisher lauern noch keine Rüden vor dem Haus. Wir machen unsere Spaziergänge auch nicht von zu Hause aus, um keine Spur zu legen, sondern fahren mit dem Auto zum Strand. Und das auch schon morgens um 8°° Uhr, wenn noch niemand unterwegs ist bis auf vereinzelte Jogger. Die Hitze scheint die kleine Maus doch recht mitzunehmen, sie ist schnell müde und auch sehr liebebedürftig. Aber davon bekommt sie ja von uns genug. Annette hat mit ihr auch weitere Tricks eingeübt. Rolle links, Rolle rechts geht wie geschmiert. Auf das Kommando "lieg!"(wichtig zum Bürsten) legt sich Abby auf den Rücken und lässt sich den Bauch kraulen. Auf "acht" läuft sie durch Annettes Beine eine Acht. Der Morgen beginnt bei uns immer auf die gleiche Art und Weise. Abby guckt bei Annette über die Bettkante, das heißt soviel wie "aufstehen".  Wenn ich dann noch eine Weile liegen bleibe, passt ihr (Abby!) das gar nicht. Sie sitzt vor der Schlafzimmertür und winselt. Wenn Annette dann die Tür aufmacht , stürmt sie auf meine Seite und macht mir klar: "Raus jetzt!" Sofa, Sessel und Bett sind verboten für Abby. Wenn Annette sie aber ausnahmsweise mal zu mir ins Bett setzt, dann ist sie überglücklich. Sie fällt über mich her, zieht an meinen Haaren und Ohren, leckt über Gesicht und Hände, wälzt sich und strampelt mit allen Vieren. Ein glücklicher Hund! Und wir sind auch glücklich! Nicht so glücklich ist Annette, wenn sie mit Abby  vom Spaziergang am Strand zurück kommt. Der weiße Hund ist zumindest unten herum schmutzig, die Füße richtig schwarz.
Also ist zu Hause eine "Unterbodenwäsche" wie bei einem Auto fällig.
.....nun bin ich wieder sauber!
Rein in die warme Außendusche und abspülen. Danach wälzt Abby sich auf den ausgebreiteten Handtüchern auf der Terrasse, um sich abzutrocknen. Fast jeden Tag das gleiche Ritual!

Mittwoch, 15. April 2015

Gruppenwechsel

Teil 26:       Üben in der neuen Gruppe

Letzten Samstag kam Abby  zum ersten Mal zu den "Großen", und das machte ihr nun gar keinen Spaß. Viele Gehorsamsübungen, immer an der Leine, denn "Leinen los" wie in der Welpengruppe gibt es da nicht. Zu viele Hunde verschiedener Größe und verschiedenen Alters. Zum Schluß konnte Annette mit Abby aber noch etwas Agility machen, und das gefällt beiden sehr. Ich konnte leider nicht mitfahren, und somit gibt es auch keine Fotos, denn um 9°° Uhr standen die Handwerker vor der Tür. Ich hatte ja schon einmal von der "Hundemafia" geschrieben, und dass wir wegen des Hundeklaus Vorkehrungen treffen wollen, den vorderen Teil des Grundstücks abzusperren, damit Abby nicht nach vorn an die Straße laufen kann, wenn wir hinten auf der Terrasse oder im Garten sind. Am Samstag war es nun soweit. Drei Mann arbeiteten drei Stunden und ich war mit Material und allem Drum und Dran 500 € los. Und das alles wegen der Hundemafia.
Dazu erzählte uns der eine Handwerker noch eine fast unglaubliche Geschichte. Die Freundin seiner Frau war am Sonntag auf dem Markt in Porto Vecchio gewesen. Da ist immer jede Menge los. Während sie an einem Stand ihr Gemüse einpackte und bezahlte, merkte sie nicht, wie ein junger Kerl ihren kleinen Hund von der Leine abmachte und mit ihm wegrannte. Zum Glück hatten andere Marktbesucher das gesehen, und als die Frau schrie: "Mein Hund ist weg", rannten zwei Männer hinter dem Strolch her. Bevor sie in einholten, warf er den Hund weg und verschwand. Einfach unglaublich!!! Am kommenden Sonntag wollen wir auch wieder auf den sogenannten Arabermarkt, der heißt so, weil die Händler vorwiegend Marokkaner sind. Wir sind nun gewarnt! Die Hundeschule wird für Abby wahrscheinlich 3x ausfallen, denn sie wird läufig, und da darf sie nicht auf den Platz. Wir dachten, mit 7 Monaten eigentlich ein bisschen früh. "Nein", sagte die Züchterin am Telefon, der Zeitpunkt sei absolut normal bei den Cotons wie auch bei anderen kleinen Rassen. Abby hat nun auch endlich ihre beiden oberen Eckzähne verloren, damit ist der Zahnwechsel abgeschlossen.